10. bis 13. Mai 2018 Wandern in der Eifel, Vogelsang ip

Am Donnerstag, 10. Mai kamen wir um 13 Uhr auf dem Gelände Vogelsang ip an. Nachdem wir nach der fast dreistündigen Anreise die Zimmer bezogen hatten, ging es leider bei leichtem Regen und sehr kalt direkt mit einer Führung über das historisch interessante Gelände los.

"Die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang ist nicht nur eines der größten Bauwerke des Nationalsozialismus, sondern auch Ausdruck seiner Überheblichkeit und Menschenverachtung. Durch die militärische Nutzung nach dem Zweiten Weltkrieg als "Camp Vogelsang" spiegelt der Ort zudem den Weg vom "Kalten Krieg" zum Europa von heute wider. Seit 2006 entwickelt sich hier ein neuer Ort: Vogelsang IP als "Internationaler Platz" für Toleranz, Vielfalt und ein friedliches Miteinander. Die Erfahrungen aus der Geschichte werden als Verpflichtung und Chance gleichermaßen gesehen. Wertschätzung, Dialog und Offenheit sind Haltungen, denen alle Einrichtungen am Standort verbunden sind." (aus www.vogelsang-ip.de/de/ein-besonderer-ort.html)

Frau Sommer erläuterte uns über zwei Stunden abwechslungsreich das baulich, aber auch historisch interessante Gelände.

Im Anschluss an die Führung wärmten wir uns bei Kaffee und Kuchen und Erzählungen von einheimischen Zeitzeuginnen aus der Eifel über eine Kindheit und Jugend zur Zeit des zweiten Weltkrieges auf.

Wanderwochenende Vogelsang ip
Wanderwochenende Vogelsang ip

Am Freitag starteten wir bei strahlendem Sonnenschein unsere Wanderung direkt vom Gelände aus. Nach einer knappen Stunde erreichten wir den 1946 zwangsgeräumten Ort Wollseifen, der den Alliierten nach dem Krieg als Übungsgelände für den Häuserkampf diente. Die Schautafeln an Schule und Kirche erläutern die Vertreibung und das arme Leben in der Eifel.

Weiter ging es über die Hochebene mit Blick auf Vogelsang ip und auf Waldwegen mit Blick auf die Urftseestaumauer nach Einruhr.

Dort wurde unsere Wanderung nach zwei Dritteln von einer einstündigen Schifffahrt auf dem Obersee des Rursee unterbrochen. Viele nutzten die Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen den sogenannten „Amazonas“ im Westen zu genießen, andere, um "Augenpflege" zu betreiben.

Nach der Schifffahrt und einer Inspektion der Urftseemauer ging es auf die letzten sechs Kilometer Richtung Unterkunft.

Gegen 17:30 Uhr kamen wir geschafft von der abwechslungsreichen Wanderung an unserem Ausgangspunkt und Unterkunft an.

Am Samstag Vormittag starteten wir in gemeinsamen Fahrgemeinschaften nach Belgien und hatten eine gut dreistündig geführte Wanderung durch das hohe Venn. Herr Boemer schilderte uns mit flottem Schritt anschaulich Fauna, Flora und Geschichte der Region.

Interessant waren auch seine Erinnerungen zur Nachkriegszeit des Truppenübungsgeländes Vogelsang, die die Erläuterungen  von Frau Sommer und die Erinnerungen der Zeitzeuginnen aus seiner Perspektive ergänzten.

Im Anschluß konnten wir in der nahegelegenen Stadt Monschau die mittelalterliche Altstadt genießen oder bei Kaffee und Kuchen auf dem Rückweg gemütlich den Tag ausklingen lassen.

Am Sonntag Morgen regnete es leider und so wurde der Vormittag kurzerhand nach dem Frühstück zu Besuchen der Ausstellungen "Bestimmung Herrenmensch" oder "Wildnis(t)räume" und einer verfrühten Heimreise umfunktioniert.

Als Landschaft des Jahres 1991 der Naturfreund International wurde es Zeit, dass wir Naturfreunde aus Bad Vilbel diese kennenlernen durften.

(Regine Weiß-Balschun)

Impressionen

Wanderwochenende Vogelsang ip
Wanderwochenende Vogelsang ip
Wanderwochenende Vogelsang ip